Der Ring des Königs
von Sabine Bauer

Seit sich vor zwei Jahren die Mattisräuber mit den Borkaräubern versöhnt hatten, machte Ronja sich wieder einmal auf den Weg, den Mattiswald zu erkunden. Ihre Neugier trieb sie gar bis ins ferne Afrika. Dort traf sie auf einen alten Geschichtenerzähler namens Chiku. Er lud sie ein, im Schatten eines Baumes in der heißen Savanne Rast zu machen und einer Geschichte zu lauschen, die sich gerade vor kurzer Zeit so zugetragen hatte:

Als unser alter König sich von einer schweren Krankheit nicht mehr zu erholen schien, rief er seinen Sohn Bakari und seinen Neffen Talombo zu sich. „Wer von euch beiden mir drei goldene Löwenhaare bringt, soll in Zukunft meine Krone tragen.“ Als sei diese Konstellation nicht schon problematisch genug, wollte sich auch noch ein MÄDCHEN um die Krone bemühen. Unsere Malika wird es wohl nie lernen, was es bedeutet, bei uns in Afrika eine Frau zu sein

 

Ihre Mutter Mamonga hatte arge Nöte, ihrer Tochter klar zu machen, dass sie sich zurückhalten muss. Selbst die weisen Worte über die Klugheit von Männern und Frauen bringen Malika nicht von ihrem Vorhaben ab: unbeirrt tritt sie vor den König und trägt ihr Anliegen vor. Selbst der König weiß um ihre Qualitäten, dass sie die Jungs gar durch den Quark zieht, rät ihr allerdings: „Halte dich bereit.“

Bakari und Talombo machen sich inzwischen auf den Weg, vielmehr Talombo schleicht Bakari in sicherem Abstand hinterher. Nach tagelanger, erfolgloser Suche trifft er auf eine Schlange, die für ihn ein Lied singt und ihm so wieder Mut zuspricht.


Als nächstes trifft er auf einen Affen, der ihm sogar den Weg zu Aleke, dem König der Tiere, weisen kann. Beherzt geht Bakari weiter, nach wie vor folgt ihm im sicheren Abstand Talombo.

Während Bakari noch die Schönheit des Dschungels bestaunt, ist Talombo schon beim Löwen und kann sein Anliegen als erster vortragen. Da die Erdmännchen jedoch wachsame Zeitgenossen sind, wird er abgewiesen. Ehrfürchtig tritt Bakari nun vor das Oberhaupt der Tiere und erhält die drei gewünschten goldenen Löwenhaare. Als Zugabe erhält einen Ring, der ihn unbesiegbar macht.

Zurück im heimatlichen Dorf muss Talombo sich eine Standpauke von seiner Mutter Imari anhören und als Mimose beschimpfen lassen. Die Haare soll er sich auf jeden Fall holen und sei es mit List. Als nun beide im Dorf zurück sind, entbrennt ein Streit, wer die goldenen Haare vom Löwen bekam. Die Dorfbewohner können sich zunächst nicht entscheiden, wem sie glauben sollen. Zu allem Unglück ist auch noch der Ring des Königs verschwunden. Wer kann diesen nur geklaut haben? Nun hat Malikas Stunde geschlagen, denn sie hat die Kraft, die Lügen kurze Beine macht.

Der Dieb wird enttarnt und mit seiner intriganten Mutter des Dorfes verwiesen. Bakari erhält die Königswürde, und die Dorfbewohner haben sich wie ihr Räuber damals vorgenommen: „Wir wollen Freunde sein für immer!“ Die Erdmännchen sind guter Hoffnung, dass die Menschen nach soooo langer Zeit endlich auf dem richtigen Weg sind. Oder behält der Zweifler Recht?

So richtig verständlich wäre diese Geschichte für dich Ronja, hättest du sie miterlebt. Solltest du Lust bekommen haben, dich auch von Malika, den Dorfbewohnern und den Tieren der afrikanischen Savanne verzaubern zu lassen: in der Grundschule Bredenbek gibt es noch Restexemplare der CD und DVD. In den Ohren aller, die diese Geschichte live miterleben durften, hallen die Lieder noch lange nach. Das Musicalfieber hatte wieder alle fest im Griff. Die Erfahrung hat gezeigt, dass diese Fieberwelle alle zwei Jahre ausbricht. Alle Abwehrmaßnahmen erwiesen sich bislang als zwecklos. Lasst euch einfach mitreißen und seid dabei, wenn es in zwei Jahren wieder heißt: Vorhang auf für`s Musical der Grundschule Bredenbek.

Zu guter Letzt ein herzliches Dankeschön an ALLE, die zum Gelingen der Aufführung beigetragen haben. Damit die nächste Aufführung genauso grandios wird wie die gewesenen, gönnen wir dem Regisseur eine kreative Ruhephase:

Jetzt ruht er sich aus..., 
jetzt denkt...,
jetzt plant er...,
gräbt neue Ideen aus